Warum Biotech StartUps einen Blog brauchen

Wie nützlich ein eigener Firmen-Blog auch für Biotech-Unternehmen sein kann, scheint nicht vielen Biotech-StartUps bekannt zu sein. Zumindest sehe ich kaum Blogs auf den Firmen-Homepages, die ich in letzter Zeit besucht habe. Ich bin allerdings der Meinung, dass ein Blog auch im Biotechbereich von großem Nutzen sein kann und möchte das im Folgenden mal an ein paar Punkten fest machen.

Das Betreiben eines Blogs wird oft als Freizeitbeschäftigung für mitteilungsbedürftige Hobby-Journalisten erachtet, oder zumindest nicht als relevanter Teil des unternehmenseigenen Marketings. Vor allem bei Unternehmen, die im B2B-Bereich tätig sind, wird der Blog als Marketinginstrument verschmäht. Entsprechend findet man auch in der Biotechnologie wenige Unternehmen, die auf den Blog als Teil ihres Marketing-Mix setzen.

Ich persönlich bin der Auffassung, dass die Möglichkeiten, die ein Blog im Marketing bietet, oftmals stark unterschätzt werden. Gerade für Unternehmen, die noch keine Produkte final entwickelt haben, kann der Blog schon vorab eine gute Option darstellen, zukünftige Kundengruppen auf sich aufmerksam zu machen und an sich zu binden. Ein schöner Nebeneffekt für alle StartUps – die Kosten für einen Blog sind ziemlich überschaubar…
Hier mal ein paar Vorteile, die Ihnen ein gut geführter Blog bringt:

Ein Blog zieht Besucher an

Eine herkömmliche Firmen-Webseite ist in ihren Inhalten üblicherweise beschränkt. Dennoch wollen Sie, dass möglichst viele potentielle Kunden auf Ihre Webseite kommen. Große Besucherströme auf Basis des üblicherweise eher beschränkten Inhalts einer Firmen-Homepage zu gewinnen ist fast unmöglich. Zum einen, da der Inhalt nicht dazu verlockt, mehrmals vorbei zu schauen. Zum anderen sind Suchmaschinen keine Freunde statischer Seiten. Blogs hingegen werden zügig indexiert und erzielen oft gute Ergebnisse bei Google.

Mit einem Blog können Sie die inhaltliche Limitierung einer Firmenseite durchbrechen und mit einer sorgfältigen Optimierung der Keywords auch Top-Platzierungen in den Suchmaschinen erreichen. Gerade im Biotech-Sektor sind aktuell eher wenige Seiten suchmaschinenoptimiert. Leichtes Spiel für jemanden, der sich gezielt gute Positionen bei Google erarbeiten will.

Ein Blog verleiht Ihrer Firma Persönlichkeit

Auf einer Firmen-Webseite werden nur selten die Menschen hinter dem Unternehmen adäquat dargestellt. Ein Blog ist die ideale Plattform, um potenziellen Kunden auch einen Blick hinter das Firmenlogo zu geben. Letztlich kaufen Kunden nicht bei Firmen, sondern immer bei Menschen. Hier besteht eine großartige Möglichkeit, Sie und Ihre Mitarbeiter in ein positives Licht zu rücken und Ihre Firmenkultur auch nach außen zu kommunizieren. Lassen Sie sich die Chance nicht entgehen, die menschliche Seite Ihrer Unternehmung darzustellen! Oft entscheidet Sympathie eher über den Kauf eines Produktes als alle „Hardfacts“.

In einem Blog beweisen Sie Ihre Expertise

Gerade junge Biotech-Unternehmen verzichten auf Marketing. Meist mit der Begründung: „Wir haben ja noch keine Produkte“. Aus meiner Sicht ist das falsch, aber tatsächlich sind einige traditionelle Marketingwerkzeuge nicht für StartUps ohne reelles Produkt geeignet. Hier ist der Blog ein gutes Medium, um darzustellen, dass man in der Unternehmung sein Handwerk versteht. Soziale Interaktion ist dazu gefordert, genauso wie wertvolle Inhalte, die im Content-Marketing den Nutzern hilfreiche Informationen bieten. Bis das erste Produkt auf dem Markt ist, kann man sich mit dem Blog eine Community von Leuten erarbeiten und diese von den eigenen Fähigkeiten überzeugen. Warum sollten diese „Fans“ dann das Produkt des Wettbewerbers kaufen?

Ein Blog ist eine perfekte Schnittstelle zu Ihren Social Media Aktivitäten

Viele soziale Medien erlauben Ihnen nur in einem sehr begrenzten Umfang, längere Inhalte zu erstellen. Wenn Sie über diese Portale/Webseiten aber in kurzen Worten auf Ihre Blogartikel verweisen können, generieren Sie Besucher für Ihre Webseite. Die Besucher werden die Inhalte eines interessanten Blogs über die einschlägigen Dienste weiter teilen und so potenziert sich der Effekt…
Ein Blog darf niemals als alleiniges Instrument eingesetzt werden. Er lebt von der Interaktion und den Nutzern, die gerne ihre wertvollen Inhalte mit anderen teilen möchten!

Der Blog: ein Email-Magnet

Wann haben Sie Ihren letzten Newsletter einer Firma abonniert? Bei mir dürfte das schon eine Weile her sein, ich habe immer wenig Nutzen damit verbunden. Bei einem Blog sieht das anders aus – hier melden sich die Leute an, um über weitere Einträge informiert zu werden. Voraussetzung ist natürlich eine entsprechende Aktivität und interessante Beiträge.
Mit verschiedenen Maßnahmen kann man die „subscription rate“ für Ihren Blog noch verbessern. Probate Mittel sind die Abgabe von wertvollen Inhalten an Abonnenten (ebooks) oder zum Beispiel die Teilnahme an Preisausschreiben. Mit einer steigenden Anzahl an Abonnenten kann Ihr Unternehmen potentielle Kunden auch auf diesem Kanal erschließen. Zudem gewinnt man hierbei häufig einen interessanten Überblick über die Unternehmen, die sich für Ihr Thema interessieren. Kein schlechter Ansatz für gezieltes Business Development…

 

Es gäbe noch viele weitere Vorteile eines Blogs auf Ihrer Biotech-Webseite aufzuzählen, dies aber vielleicht in einem anderen Post. Ich selber habe sehr gute Erfahrungen mit Blogs gemacht. Mein Blog AlgaeObserver bedient schon seit langem eine Nische (Algenbiotechnologie) und gibt mir die Möglichkeit, mich bei meinem Zielpublikum als „Algen-Experte“ zu positionieren und damit auch Kunden zu gewinnen.

Selbstverständlich funktioniert der Aufbau eines Blogs nicht von alleine. Kenntnisse im Social Media-Marketing, Suchmaschinenoptimierung und eine Menge Arbeit sind die Grundlagen des Erfolges. Im Bereich der Biotechnologie stelle ich jedoch immer wieder fest, dass auch für Firmen interessante Suchbegriffe oftmals nicht durch Unternehmen gezielt besetzt werden. Hier scheint mir eine Lücke zu sein, die sich mit relativ wenig Aufwand füllen ließe, aber leider zu selten angegangen wird.